Liebe Unterstützer, dieser Offene Brief ist vergangene Woche an den Landkreis gesandt worden – wir warten auf Antwort. Gerne kann dieses Schreiben weitergeleitet/ausgehängt werden. In Zeiten der kommunalen Wahlen darf dieses Thema nicht unter den Tisch fallen, denn letztlich ist es eine politische Entscheidung, wofür Geld ausgegeben wird!

LGGM

Offener Brief an den Landkreis Harburg

In den letzten Jahren hat sich in unserer Samtgemeinde eine sehr gut funktionierende Unterstützung der über 500 in Tostedt und Umgebung untergebrachten Flüchtlinge entwickelt. Dies war nur durch das nachhaltige Engagement und die Hilfsbereitschaft vieler ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer möglich: Trotz schwieriger Bedingungen haben sie die mit großen Hoffnungen zu uns Geflüchteten mit offenen Armen willkommen geheißen und ihnen beim Start in ein neues Leben beigestanden – und tun dies jeden Tag aufs Neue..

Damit diese wichtige Arbeit auch in Zukunft erfolgreich stattfinden kann, wenden wir uns mit einem dringenden Anliegen an Sie.

Seit dem Oktober des letzten Jahres gibt es auch in den Unterkünften der SG Tostedt die so genannte Verdichtung, d.h. die Drei- statt Zweibettbelegung, in den Zimmern der Containerunterkünfte in der Todtglüsinger Str., am Helferichheim und am Elsterbogen. Diese Maßnahme, die angesichts der hohen Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 als Notlösung in den genannten Einrichtungen ergriffen wurde, führt zu erheblichen Problemen:

·         Die Dreifachbelegung der Zimmer bedeutet auf Dauer eine unzumutbare Einschränkung des Lebensraums und der Privatsphäre des einzelnen Flüchtlings. Dies gilt insbesondere für die große Anzahl der Flüchtlinge, die schon über zwei Jahre in den Unterkünften leben müssen, weil sich ihre Asylverfahren über mehr als zwei Jahre hinschleppen oder weil sie trotz immenser Bemühungen keine Chance haben, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden.

·         Da die genannten Einrichtungen über keine ausreichenden oder – wie es am Elsterbogen der Fall ist – über gar keine Gemeinschaftsräume verfügen und die hygienischen Einrichtungen und Kochgelegenheiten nicht ausgeweitet wurden, ist mit der Dreierbelegung eine auf lange Sicht nicht akzeptable Absenkung des ursprünglichen Unterbringungsstandards der Betroffenen einher gegangen:

Wo sich nun neun statt der ursprünglichen sechs Personen eine Küche bzw. ein Bad teilen, ist eine Enge entstanden, die das Konfliktpotenzial zwischen den Bewohnern quasi automatisch erhöht, etwa zwischen den verschiedenen unter einem Dach lebenden Ethnien.

·         Lernwillige bzw. sich in Praktika oder in Arbeit befindliche Flüchtlinge haben keine Möglichkeit, in konzentrierter Umgebung zu lernen bzw. sich zu regenerieren. Auch in Ausnahmesituationen wie bei Erkrankungen oder bei erforderlichen Prüfungsvorbereitungen fehlt es an den erforderlichen Rückzugsmöglichkeiten.

·         Generell wird durch die Verdichtung der Flüchtlinge in zu kleinen Unterkünften und durch die andererseits zunehmenden Leerstände von Unterkünften an Orten mit einem funktionierenden Helfer/innen-Netzwerk zudem auch die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer erschwert. Dies erscheint uns gerade in der jetzigen Situation, in der die nachhaltige Integration der Flüchtlinge in unser Gemeinwesen von größter Bedeutung ist, als nicht hinnehmbar.

Vor diesem Hintergrund kann die Vermeidung höherer Kosten auf Seiten des Landkreises kein entscheidendes Argument sein. Stattdessen muss die Notwendigkeit einer humanen Unterbringung in den Vordergrund gerückt werden – auch und gerade, damit wir die überwältigende Solidarität mit den Flüchtlingen und deren Integration in unser Gemeinwesen erfolgreich fortsetzen können.

 

Angesichts der deutlich rückläufigen Flüchtlingszahlen und der Leerstände in bestehenden Unterkünften halten wir eine Rücknahme der Dreierbelegung für unbedingt erforderlich: Die ursprüngliche Notsituation, die im vergangenem Jahr bestand und die zu dieser Maßnahme geführt hat, besteht derzeit nicht mehr. Als ersten Schritt begrüßen und unterstützen wir die Initiative der SG Tostedt, die Zweierbelegung in der Unterkunft am Elsterbogen wieder herbeizuführen. Aber ebenso halten wir die Rücknahme der Verdichtung in der Unterkunft am Helferichheim und auf längere Sicht in der Einrichtung in der Todtglüsinger Str. für unumgänglich.

Gerne sind wir über den Inhalt des Schreibens zum Gespräch bereit.

 

 

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Ev.-luth. Johannesgemeinde Tostedt

Himmelsweg 10

21255 Tostedt

 

04182/280616

Offener Brief an den Landkreis Harburg
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